Wer wir sind, was wir uns wünschen

Du weißt schon, wer wir sind? Dann nichts wie los und mitmachen!

Die Projektgruppe ZusammenWACHSEN2016 setzt sich aus muslimischen und christlichen jungen Erwachsenen zusammen, die entweder beim DITIB Landesjugendverband Württemberg (DITIB steht für „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“) oder beim BDKJ Rottenburg-Stuttgart (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) ehrenamtlich aktiv sind. Wir kommen hauptsächlich aus Tübingen und Umgebung.

Wie gelingt Zusammenleben in einer pluralen, multikulturellen und „multi-religiösen“ Gesellschaft? Diese Frage steht zurzeit im Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte.

Wir finden, dass für ein Gelingen jeder Einzelne mitverantwortlich ist, und haben daher beschlossen einfach mal anzufangen! Getragen von dem gemeinsamen Wunsch, mehr von- und übereinander zu lernen, entstanden erste Treffen und gegenseitige Einladungen in Gemeinden und Moscheen. Dabei haben wir entdecken können, wie viel wir tatsächlich gemeinsam haben:

„Amen – dieses Wort habe ich immer mit Gottesdiensten verbunden. Als ich zum ersten Mal bei einem muslimischen Gebet dabei war, war ich sehr verblüfft zu hören, dass auch Muslime beim Gebet ‚Amen!‘ sagen!“

Robert: 22, Christ, Student und ZusammenWACHSENDER

„Als ich im Neuen Testament gelesen habe, war ich überrascht, wie sehr sich die Richtlinien für zwischenmenschliche Beziehungen im Islam und im Christentum ähneln. Ein Beispiel: zu teilen statt zu horten ist ein uraltes Gebot in beiden Religionen – in der heutigen (Konsum-)Gesellschaft hochaktuell!“

Kübra: 24, Muslimin, Studentin und ZusammenWACHSENDE

Aus diesen Treffen wuchs der Gedanke, einen Dialog über diese – leider allzu oft vernachlässigten – Gemeinsamkeiten zwischen unseren Religionen anzustoßen.

Schließlich glauben wir letztendlich alle an Allah, oder nicht?

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Mit der Hilfe von DITIB, BDKJ, Aktion Hoffnung und der Jugendstiftung Baden-Württemberg sind vier Plakate entstanden, die hier anzusehen sind.

 

Stellungnahme des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Plakataktion ZusammenWACHSEN 2016:

Der BDKJ steht hinter dem Engagement der ehrenamtlichen Jugendlichen, die mit dem Projekt ZusammenWACHSEN2016 das Ziel haben, den Dialog unter den Religionen zu fördern. Eigeninitiative junger Menschen wird im BDKJ gefördert. Aus dieser entstand die Plakataktion ZusammenWACHSEN2016, die sich primär an eine jugendliche Zielgruppe wendet. Die provokant formulierten Plakatsprüche regen zum Nachdenken an.

Der Dialog auf der Facebook-Seite ZusammenWACHSEN2016 zeigt jedoch, dass es viele berechtigte Kritikpunkte an der Art und Weise der Aktion gibt. Er zeigt jedoch auch, dass sich in den Kommentaren eine Dynamik entwickelt hat, die der Diskussion um das eigentliche Thema nicht mehr förderlich ist. Aus diesem Grund werden wir die Kommentarfunktion befristet einschränken.

Wir suchen auch weiterhin den interkulturellen Dialog mit anderen Religionen – vor Ort und auch gerne wieder hier auf dieser Seite. Wir wünschen uns einen konstruktiven Dialog, da wir davon überzeugt sind, dass alle Menschen, egal welcher Nationalität, der Wunsch nach Toleranz und Frieden eint.

#religiondermenschlichkeit

 

Stellungnahme des DITIB Landesjugendverbands Württemberg zur gemeinsamen Plakat-Aktion „ZusammenWACHSEN 2016“ mit dem BDKJ:

Unter dem Motto „Aktive Jugend gestaltet starke Zukunft“ regt der DITIB Landesjugendverband Württemberg seit seiner Gründung im Jahr 2012 Kinder und Jugendliche zur Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement an.

Interkulturelle und interreligiöse Zusammenarbeit sieht der DITIB Landesjugendverband Württemberg als wesentlichen Bestandteil für die Gestaltung einer friedlichen und pluralistischen Gesellschaft an. Selbstverständlich waren daher für uns der Austausch mit dem Evangelischen Jugendwerk Württemberg (EJW) zum „Tag der offenen Moschee“ und das gemeinsame Projekt „zusammenWACHSEN 2016“ mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ), wichtige Aktionen um den Dialog zwischen den beiden Religionen zu fördern.

Die Plakataktion „zusammenWACHSEN” hat das Ziel, Gemeinsamkeiten des Islams und des Christentums in das Bewusstsein der Menschen zu rufen und den Dialog zwischen den Religionen zu fördern. Es wurden Großflächenplakate gestaltet, welche Menschen verschiedener Religionen bewusst zum Nachdenken anregen sollen. In Zeiten des wiederaufkommenden Populismus, wo täglich Unterschiede und Negativbeispiele in den Vordergrund gerückt werden, wollen wir mit unserer Aktion das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft betonen.

Wir mussten mit Bedauern feststellen, dass sich die Diskussionen auf der Facebook-Seite vom eigentlichen Grundgedanken entfernt haben. Die teils pauschalisierenden, hetzerischen und diffamierenden Aussagen spiegeln die gefährlichen Entwicklungen in den letzten Jahren innerhalb unserer Gesellschaft wieder.
Es wurde wieder einmal versucht zu betonen, dass die eine Seite mit der anderen nicht verglichen werden könne, aus dem falschen Gedanken heraus, dass eine der Seiten die vermeintlich Bessere sei. Genau gegen diesen trennenden Gedanken, der den Fokus auf Unterschiede statt auf die Gemeinsamkeiten legt, hat sich die zentrale Botschaft der Aktion gerichtet. Die Aktion soll den Menschen auf der Straße zeigen, wie ähnlich der vermeintlich Fremde mit einem selbst ist, dass hier entgegen aller vorherrschenden Vorurteile überwiegend dieselben Werte geteilt und gelebt werden.
Das motiviert uns als junge Menschen, uns noch stärker für unsere Arbeit der Verständigung, persönlichen Begegnung und des Gesprächs einzusetzen.

Als Mitgliedsverband im Landesjugendring Baden-Württemberg werden wir weiterhin aktiv den Dialog mit anderen (konfessionellen) Jugendverbänden fördern und begrüßen die Bereitschaft des BDKJ zur Fortsetzung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs, der auf dem Weg zu einem gegenseitigen Verständnis, zu Achtung voreinander ungeachtet der Religion und Herkunft unerlässlich ist. Angesichts dieser vielen Anfeindungen sollten wir uns umso mehr auf unsere gemeinsamen Werte besinnen und unter dem Motto „Jetzt erst recht“ den Dialog und die Kooperation miteinander intensivieren. Es darf nicht akzeptiert werden, dass eine auf das friedliche Zusammenleben setzende und das gegenseitige Verständnis fördernde Aktion dermaßen gestört wird.